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Landeswohnraumförderungsprogramm 2014 in Baden-Württemberg

Der Artikel wurde am 17. April 2014 von Geprüfter Finanz-Planer (BFP) Hermann Hübner - Baufinanzierungen & Finanzkonzeptionen veröffentlicht.

Nachdem bis März dieses Jahres in Baden-Württemberg noch das Wohnraumförderprogramm 2013 lief, hat die L-Bank mit Wirkung zum 1. April 2014 das neue Förderprogramm für das Jahr 2014 aufgelegt.

Die Förderung des selbstgenutzten Wohneigentums in 2014 umfasst folgende Fördermöglichkeiten:

  1. Basisförderung für selbstgenutztes Wohneigentum „Eigentumsfinanzierung BW - Z 15 Darlehen“
  2. Zusatzförderung für neue Immobilien „barrierefreies und innovatives Bauen“
  3. Zusatzförderung für gebrauchte Immobilien „energieeffizientes Sanieren und altersgerechtes Umbauen“
  4. Förderung für schwerbehinderte Menschen mit speziellen Wohnbedürfnissen
  5. Finanzierung Familienzuwachs - Optionsdarlehen neu

1. Basisförderung für selbstgenutztes Wohneigentum

Die Basisförderung gilt gleichermaßen für den Erwerb neuer als auch gebrauchter Immobilien zur Selbstnutzung und erfolgt durch die Vergabe zinsverbilligter Darlehen durch die L-Bank (Z 15 Darlehen).

Bei Neubauvorhaben, unabhängig ob Bau oder Kauf, gilt es jedoch zu beachten, dass das Objekt mindestens den Standard KfW Effizienzhaus 70 erfüllen muss.

Die Höhe des Z 15 Darlehens hängt vom Bauort bzw. der Stadt oder Gemeinde in Baden-Württemberg und von der Anzahl der minderjährigen Kinder im Haushalt ab. Die Darlehensbeträge richten sich nach den einzelnen Gebietskategorien (Gebietskategorie 1 - 3).

So erhält beispielsweise eine Familie mit zwei minderjährigen Kindern in der Gebietskategorie 1 ein Z 15 Darlehen in Höhe von 299.000,00 €.

Aktuell bietet die L-Bank ihre Z 15 Darlehen mit 10-jähriger Zinsverbilligung und einer Sollzinsbindung von 15 Jahren zu folgenden Konditionen und Bedingungen an:

  • Sollzins während der Zinsverbilligung von 10 Jahren: 1,50% p.a.
    ab dem 11. bis 15. Jahr, ist der unverbilligte Sollzins in Höhe von 3,00% zu bezahlen (Stand: 15.04.2014)
  • Auszahlungskurs 100,00%.
  • Tilgungssatz 2,00% p.a.
    die Wahl anderer Tilgungssätze ist allerdings ausgeschlossen
  • Sondertilgungen sind während der 15-jährigen Sollzinsbindung nicht möglich
  • für das Z 15 Darlehen fallen keine Bereitstellungszinsen an

Wie günstig mit der Basisförderung der L-Bank finanziert werden kann, zeigt eine Musterberechnung, die Sie unter „Baufinanzierung mit Förderdarlehen der L-Bank“ auf meiner Homepage finden.

2. Zusatzförderung für neue Immobilien - Barrierefreies und Innovatives Bauen

Die Zusatzförderung erhalten Familien, die die Fördervoraussetzungen der Basisförderung erfüllen.

Während die herkömmlichen Baukosten mit der Basisförderung finanziert werden können, können entsprechende Mehrkosten für „barrierefreies Bauen“ und „innovatives Bauen“ im Rahmen der Zusatzförderung beantragt werden.

  1. Im Rahmen des barrierefreien Bauens werden folgende Kosten gefördert:
    • Mehrkosten gegenüber der herkömmlichen Bauweise
      Aufstockungsbetrag bis zu 100 % der förderfähigen Mehrkosten
    • Mehrkosten für barrierefreies Bauen gem. DIN-Norm
      Höchstbetrag: 30.000 €
    • Mehrkosten für rollstuhlgerechtes Bauen gem. DIN-Norm
      Höchstbetrag: 60.000 €
  2. Für innovatives Bauen werden folgende Kosten gefördert:
    • Mehrkosten gegenüber der herkömmlichen Bauweise
    • Mehrkosten für nachhaltiges Bauen
    • Mehrkosten für energetisch innovatives, z.B. CO2-neutrales Bauen

Die Förderung hierzu beträgt bis zu 100% der förderfähigen Mehrkosten, jedoch maximal 25% des Bruttodarlehensbetrages der Basisförderung.

Wichtige Hinweise:

  1. Als neu gelten Immobilien innerhalb von 4 Jahren nach Bezugsfertigkeit.
  2. Ausgeschlossen ist eine Kombination mit anderen Wohnungsbau-Programmen des Landes, den Programmen der L-Bank „Wohnen mit Kind“ und „Energieeffizient Bauen“, dem KfW-Wohneigentumsprogramm sowie dem KfW Programm „Energieeffizient Bauen“.

3. Zusatzförderung für gebrauchte Immobilien „energieeffizientes Sanieren und altersgerechtes Umbauen“.

  1. Im Rahmen dieser Zusatzförderung werden folgende Sanierungskosten gefördert:
    • Ältere Gebäude (Bauantrag vor 1995)
    • Sanierung zum KfW-Effizienzhaus mit energetischem Nachweis für das ganze Gebäude
    • Einzelmaßnahmen wie Wärmedämmung von Wänden und Dachflächen, Erneuerung von Fenstern, Austausch der Heizung
  2. Für altersgerechtes Umbauen werden folgende Maßnahmen gefördert:
    • Maßnahmen zum Abbau von Barrieren
    • Herstellung der Barrierefreiheit gem. DIN-Norm

Die L-Bank fördert hier bis zu 100 % der förderfähigen Kosten, jedoch
maximal 50.000 € für das altersgerechte Umbauen und
maximal 75.000 € für die Sanierung zum Effizienzhaus.

4. Förderung für schwerbehinderte Menschen mit speziellen Wohnbedürfnissen

Gefördert werden private Haushalte bzw. Familien, in denen mindestens eine schwerbehinderte Person mit speziellen Wohnbedürfnissen lebt. Dies können Familien (Paare oder Alleinerziehende) mit Kindern, aber auch alleinstehende Personen oder kinderlose Paare sein.

Antragsberechtigt sind aber nur der oder die Eigentümer bzw. Erwerber der Immobilie, die auch in der geförderten Immobilie wohnen.

Die Gesamtförderung besteht aus der Basisförderung für den Bau oder Kauf einer Immobilie und einer Zusatzförderung, für die energetische Optimierung und/oder für die behindertengerechte Gestaltung der Immobilie.

Das Förderprogramm sieht für diesen Personenkreis eine erhöhte Förderung vor, wahlweise in Form einer Erhöhung der Basisförderung oder aus einem Zuschuss, und zwar für:

  • den Bau oder Erwerb einer neuen Immobilie
  • den Erwerb gebrauchter Immobilie
  • Änderungs- und Erweiterungsmaßnahmen zur Schaffung neuen Wohnraums
  • Abbau von Barrieren in einer bereits vorhandenen Immobilie
  • Altersgerechter Umbau vorhandenem Wohnraums (sogenannte Anpassungsförderung)

5. Finanzierung Familienzuwachs - Optionsdarlehen neu

Wie der Begriff „Optionsdarlehen neu“ schon erkennen lässt, wurden in 2014 entsprechende Änderungen dieser Ergänzungsförderung vorgenommen.

Antragsberechtigt sind kinderlose Paare mit Kinderwunsch, deren Partner nicht älter als 45 Jahre sind. Auch für Haushalte mit minderjährigen Kindern, die derzeit die Einkommensgrenzen überschreiten, ist eine Beantragung möglich.

Diese Förderung wird gewährt, wenn innerhalb von 6 Jahren nach Antragsstellung mindestens ein weiteres Kind zum Haushalt dazukommt und die weiteren Fördervoraussetzungen eingehalten werden und das zum Zeitpunkt der Beantragung der Ergänzungsförderung geltende Landeswohnraumförderungsprogramm eine diesbezügliche Förderung vorsieht.

Wurde in der Vergangenheit für die neu zum Haushalt kommenden Kinder ein Zuschuss mit festen Sockelbeiträgen im Rahmen dieser Förderung gezahlt, erhält dieser Personenkreis jetzt eine Ergänzungsförderung in Form einer Zinsverbilligung für die restliche Dauer der Sollzinsbindung des gewährten Optionsdarlehens.

Während der Laufzeit des Wohnraumförderungsprogramms 2014 erfolgt für das erste hinzukommende Kind eine Zinsverbilligung um 0,75 % bis zum Ende der Zinsfestschreibung.
Bei einem danach hinzukommenden zweiten Kind wird die Verbilligung um 0,85 % auf insgesamt 1,60 % erhöht. Kommt ein drittes Kind hinzu, steigt die Zinsverbilligung um weitere 0,75 % auf insgesamt 2,35 %. Ab dem 4. hinzukommenden Kind wird jeweils ein Tilgungszuschuss in Höhe von 2.500 € gewährt.

Die maximale Höhe des Optionsdarlehens in 2014 beträgt 75.000 € und kann beantragt werden für:

  • den Bau oder Erwerb einer neuen Immobilie
  • den Erwerb gebrauchter Immobilie
  • die Änderungs- und Erweiterungsmaßnahmen zur Schaffung neuen Wohnraums

Fazit:
Will man eine richtige und optimale Förderung im Rahmen des neuen Wohnraumförderungsprogramms in Baden-Württemberg realisieren, ist eine unabhängige und kompetente Beratung durch einen Finanzierungsfachmann unbedingt zu empfehlen.

Meine Empfehlung lautet deshalb:

Nutzen Sie daher die zinsgünstigen Finanzierungsangebote der L-Bank, wenn Sie ein Objekt erwerben, sanieren, umbauen oder erweitern möchten.

Durch die Einbindung der Förderdarlehen der L-Bank schaffen Sie ein sicheres und langfristiges Fundament für Ihre eigenen vier Wände.

Durch die Zinsverbilligungen in den einzelnen Förderprogrammen können mehrere Tausend Euro an Zinsaufwendungen gegenüber einer herkömmlichen Bankfinanzierung eingespart werden, die Ihre finanziellen Spielräume erhöhen.

Für weitere Auskünfte zu den einzelnen Förderprogrammen sowie für Fragen im Rahmen der Antragsstellung und banktechnischen Abwicklung, stehe ich Ihnen in einem persönlichen Beratungsgespräch gerne zur Verfügung.


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Geprüfter Finanz-Planer (BFP)

Hermann Hübner - Baufinanzierungen & Finanzkonzeptionen

Mitglied im Bundesverband Finanz-Planer e. V.

Steingaustr. 44
73230 Kirchheim unter Teck
Telefon: 07021-862758
Website: http://www.huebner-baufinanz.de
E-Mail: info@huebner-baufinanz.de

Der Autor ist geprüftes Mitglied im Bundesverband Finanz-Planer e. V. Das weist ihn als unabhängigen Finanzberater aus. Herr Hübner konzentriert sich schwerpunktmäßig u. a. auf Riester-Rente/Rürup-Rente, Kreditvermittlung, private Altersvorsorge, Lebensversicherungen sowie Wohn-Riester.


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